Jungen waren als Detektive der „Gewalt in der Alltäglichkeit“, als auch „Auf den Spuren von Teamarbeit“ im Rahmen spannender Projekttage unterwegs
Im Januar und im Februar dieses Jahres war es für 56 Jungen der GS Nordhemmern und der GS an der Bergkante in der Gemeinde Hille wieder einmal so weit.

Im Rahmen spezieller aufeinander abgestimmter mehrtägiger Workshops zu den Themen „Gewalt in der Alltäglichkeit“ und „Teamarbeit“ gab es für die teilnehmenden Jungen eine große Vielfalt zu beiden Themenbereichen entdecken.
Schwerpunkte waren u.a.: Wieviel Nähe und wieviel Distanz bin ich bereit für mich zuzulassen? Was ist Gewalt? Das ist Gewalt und tut mir und anderen weh, Das ist Gewalt und kann wehtun bzw. das ist keine Gewalt!, Komische, gute und schlechte Berührungen!, meine Körpertabuzonen!, wieviel Gewalt bin ich bereit für mich zuzulassen!, Welche Gefühle begleiten mich.
Beim Projektthema Gewalt konnten die Jungen verschiedene Gewaltformen herausarbeiten und sensibilisiert werden diese zu erkennen. Strategien möglicher Gewaltabwendung konnten erprobt werden und Gründe für das Entstehen von Gewalt entdeckt werden. Ebenso galt es die eigenen Grenzen zu erfahren, damit die Jungen eher einschätzen können, wann „Hilfe holen“ die beste Strategie ist, um sein Wohlergehen aufrecht zu erhalten bzw. wieder herzustellen
Zum Thema Team wurde hauptsächlich anhand folgender Leitfragen gearbeitet: Was fördert gute Teamarbeit? Vertrauen, Zusammenarbeit, Hilfsbereitschaft, Rücksichtnahme sind wichtige Faktoren! Was ist für euch im Team schon mal alles schief gegangen? Was hätte euer Team dann gebraucht?
Anhand von vielen spielerischen Übungen und strukturierten Auswertungsrunden war für jede Menge Abwechslung gesorgt. An den Gesprächsrunden nahmen die Jungen sehr engagiert und mit beeindruckender Offenheit teil, sodass von Langeweile im Rahmen dieser Vormittagsprojekte an beiden Durchführungsorten keine Rede war.
Weiterhin liegt im Rahmen dieser Projekttage ein Schwerpunkt darauf aktuelle, als auch bestehende Konflikte im Rahmen der Übungen für die Jungen sichtbar zu machen und verstehen zu lernen. D.h. „Störfaktoren“ haben für das durchführende Team Vorrang. Dies gilt auch für alle Übungen und Spiele, die auf der „Insel“ – dem Kommunikationstreffpunkt für Jungen und Team zusammen ausgewertet werden.
Ebenso wird vom Team eine Freiwilligkeit im Rahmen der Projektstruktur für die Jungen gewährleistet und hat für sie oberstes Gebot. Wer also an Übungen nicht teilnehmen möchte, kann diese im Rahmen einer „Ich mag nicht Ecke“ verfolgen und jederzeit wieder ins Geschehen eingreifen. Vorab erfolgt eine Abmeldung und eine Begründung bei einem der anwesenden Teamer. Genauso wird auf das Festlegen von gemeinsamen Regeln für den Zeitraum des Zusammenseins im Rahmen eines geschlossene „Vertrages“ Wert gelegt.
Zum Abschluss eines jeweiligen Workshops erfolgte eine kurze Auswertungsrunde. Alle Jungen bekamen noch einen speziellen entwickelten Auswertungsbogen mit nach Hause. Diese wurden von den Jungen anonym ausgefüllt und wieder an das Team zurückgegeben. Und so durfte das Team zum Beispiel lesen: „Weiter so“, „Ich möchte gerne wiederkommen“, „Ich fand es sehr toll Marcus und Gerald, „Macht weiter so dann ist es gut“, „Danke“, „Es war cool“, „Es war sehr toll. Ich wünschte ich könnte noch mal zu euch“.
Dieses spezielle Projekt beginnt im Jahrgang 3 und setzt sich im Jahrgang 4 fort und wird nunmehr seit 2012 erfolgreich durchgeführt. Weitere Projekte sind bereits fest eingeplant.
Angeboten wird das Jungenprojekt von der Jungendförderung der Gemeinde Hille in partieller Zusammenarbeit mit Mannigfaltig Minden-Lübbecke e.V. Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt an und von Jungen und jungen Männern in der Grundschule Nordhemmern sowie seit diesem Jahr in der Grundschule An der Bergkante.
